Arbeitsschutzinfo 2/2009 - Zeckenschutz

Zur Vermeidung von Zeckenstichen wird immer wieder auch die Ausrüstung von Bekleidung mit dem Insektizid Permethrin als Präventivmaßnahme vorgeschlagen.

Permethrin ist ein Insektizid und Akarizid aus der Gruppe der Pyrethroide. Insekten nehmen den Stoff als Kontaktgift über die Körperoberfläche auf, es verteilt sich dann im ganzen Insektenkörper und wirkt als Nervengift.

Permethrin hat für Warmblüter nur eine geringe akute Toxizität. Die US-Umweltbehörde EPA hat Permethrin als möglicherweise krebserregend eingestuft. Im Tierversuch wirkte sich die Substanz nicht negativ auf den Verlauf von Schwangerschaften aus und verursachte keine Fehlbildungen beim Nachwuchs. Der Kontakt mit dem Stoff kann bei Menschen zu Juckreiz, Haarausfall und Allergien führen.

Erkenntnisse zur Wirkung von Permethrin auf die menschliche Gesundheit unter Bedingungen, die denen im Forst entsprechen, fehlen bisher. Die Bewertung eines möglichen Risikos für die Träger dieser Bekleidung stützte sich bisher ausschließlich auf eine im Auftrag der US-Army durchgeführte Modellrechnung zur Aufnahme des Wirkstoffs. Schlussfolgerungen aus Untersuchungen an Freiwilligen hierzulande deuten auf erhebliche individuelle Unterschiede bei der Aufnahme des Stoffes in den Körper hin.

Tatsächlich herrschen bei der forstlichen Tätigkeit besondere Bedingungen:
Die Einwirkzeit der mit Permethrin behandelten Kleidung ist lang, da sie i.d.R. an fünf Tagen pro Woche bis zu acht Stunden getragen wird. Angesichts der Schwere der Arbeit herrschen hinsichtlich des hohen Gesamtenergieumsatzes und des durch das Schwitzen bedingten feuchten Milieus besondere Aufnahmebedingungen für den Gefahrstoff in den Körper.

Der Landesbetrieb HESSEN-FORST kann daher mit Permethrin behandelte Schutz- und Arbeitskleidung aus arbeitsmedizinischer Sicht gegenwärtig nicht empfehlen.

Konsequenzen

• Kleidung:
Geschlossene Schuhe, langärmelige Oberbekleidung, lange Hose sowie ggf. Gamaschen tragen.

• Ggf. Zecken abhaltende Mittel auftragen:
Bei Arbeitseinsätzen in Bereichen mit hoher Zeckendichte und in Abhängigkeit von der persönlichen Disposition für den Zeckenbefall kann die Verwendung Zecken abhaltender Mittel sinnvoll sein (z.B. Zeckenschutzsprays von Autan, Hagopur, Aeron und anderen Anbietern, Wirksamkeit der Mittel 4 – 6 Stunden).

• Absuchen nach Zecken:
Häufig, spätestens am Arbeitsende, besser zusätzlich schon in der Mittagspause den Körper nach Zecken absuchen! Bevorzugt betroffene Hautpartien sind der behaarte Kopf, Arm- und Kniebeugen, Achselhöhlen und Leistengegend. Die Zecke wandert auf dem Wirt.

• Korrektes Entfernen der Zecken:
Zecke so nahe wie möglich an der Haut mit Hilfsmitteln, z.B. einer Pinzette oder den Fingernägeln ergreifen und gerade herausziehen, ohne sie zu knicken oder zu zerquetschen. Etwas Hin- und Herdrehen sowie vorsichtiges Rütteln kann dabei helfen. Danach Stichstelle desinfizieren und verbliebene Zeckenteile entfernen. Nie Öle, Klebstoffe oder ähnliches benutzen! Auf die Zecke gesprühtes Vereisungsspray kann die Zecke zum Loslassen veranlassen.
Zeckenstich in Verbandbuch dokumentieren.

• Beachten von Symptomen nach Zeckenstich

• Impfung gegen FSME in allen Endemiegebieten:
Gemäß Veröffentlichung durch das Robert Koch-Institut1 vom 04.05.2009 sind in Hessen folgende Landkreise bzw. Kreisfreie Städte als FSME-Endemiegebiete eingestuft:

- LK Marburg-Biedenkopf
- LK Main-Kinzig-Kreis
- LK Offenbach
- LK Groß Gerau
- LK Darmstadt-Dieburg
- Stadt Darmstadt
- LK Odenwaldkreis
- LK Bergstraße

Für Personen, die in diesen Gebieten dem Risiko eines Zeckenbefalls ausgesetzt sind, empfiehlt die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut Schutzimpfungen.
Die Impfung erfolgt auf entsprechende Anfrage der betroffenen Forstämter bei den für Hessen-Forst zuständigen Betriebsärzten des Medical Airport Service.

Ansprechpartner:
Meik Gerlach, LBL Kassel
Telefon: 0561-3167-133
E-Mail: Meik.Gerlach@forst.hessen.de

Volker Gerding, FBZ Weilburg
Telefon: 06471-62934-42
E-Mail: Volker.Gerding@forst.hessen.de



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